Mutig im neuen Land
Heute haben wir gehört, wie Daniel und seine Freunde plötzlich in einem völlig fremden Land leben mussten. Der mächtige König Nebukadnezar hatte Jerusalem erobert und einige junge Männer aus Israel nach Babylon bringen lassen. Unter ihnen waren Daniel und seine Freunde Hananja, Mischaël und Asarja.
In Babylon war auf einmal alles anders: eine andere Sprache, eine andere Kultur, andere Götter und andere Regeln. Daniel und seine Freunde sollten sogar neue Namen bekommen und am Hof des Königs ausgebildet werden. Vieles konnten sie nicht selbst bestimmen. Doch eine Sache konnte ihnen niemand wegnehmen: Sie wussten, dass sie zu Gott gehörten!
Die jungen Männer sollten jeden Tag von den Speisen und dem Wein des Königs bekommen. Doch Daniel wusste, dass er sich mit diesen Speisen vor Gott verunreinigen würde. Deshalb fasste er einen mutigen Entschluss: Auch im fremden Babylon wollte er Gott treu bleiben.
„Daniel nahm sich vor, sich nicht mit dem Essen und Wein zu verunreinigen, die ihnen der König vorsetzen ließ.“
Dabei wurde Daniel nicht wütend oder respektlos. Er bat den zuständigen Aufseher um eine andere Lösung: Daniel und seine Freunde sollten zehn Tage lang nur pflanzliche Nahrung essen und Wasser trinken. Danach sollte der Aufseher selbst vergleichen, wie es ihnen ging.
Der Aufseher ließ sich auf den Versuch ein. Und tatsächlich: Nach zehn Tagen sahen Daniel und seine Freunde gesund und kräftig aus. Von nun an durften sie weiterhin auf die Speisen des Königs verzichten.
„Nach den zehn Tagen sahen Daniel und seine drei Freunde gesünder und kräftiger aus als die jungen Männer, die von den Speisen des Königs gegessen hatten.“
Doch Gott sorgte nicht nur für Daniel und seine Freunde. Er schenkte ihnen auch besondere Weisheit und Verständnis. Daniel bekam darüber hinaus die Fähigkeit, Visionen und Träume zu verstehen.
„Gott gab diesen vier jungen Männern außergewöhnliche Kenntnisse und Einsichten in die verschiedensten Bereiche der Literatur und Wissenschaft. Daniel konnte darüber hinaus Visionen und Träume jeder Art deuten.“
Als König Nebukadnezar die jungen Männer später persönlich prüfte, war er von Daniel und seinen Freunden beeindruckt. Er stellte fest, dass sie den anderen weisen Männern seines Reiches weit überlegen waren, und so durften sie schließlich sogar am Hof des Königs dienen.
Die Geschichte von Daniel zeigt uns: Manchmal können wir nicht bestimmen, was um uns herum passiert. Vielleicht kommen wir in eine neue Klasse, treffen neue Menschen oder erleben Situationen, in denen andere ganz anders denken und handeln als wir. Aber wie Daniel können wir uns entscheiden, wem wir vertrauen und zu wem wir gehören.
Daniel blieb Gott nicht treu, weil er wusste, dass danach alles gut für ihn ausgehen würde. Er blieb Gott treu, weil Gott sein Gott war. Und Daniel durfte erleben: Auch im weit entfernten Babylon hatte Gott ihn nicht vergessen. Gott war bei ihm und seinen Freunden.
Das dürfen auch wir wissen: Egal, was sich in unserem Leben verändert und wo wir gerade sind – Gott bleibt derselbe. Wir gehören zu ihm und können ihm vertrauen. Und mit seiner Hilfe können wir mutig das Richtige tun.